Rubrik: Geschichten aus dem Tierparadies?

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Copyright der "Geschichten aus dem Tierparadies?": Trudi Straeten, Pulheim. Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotomechanischen Wiedergabe und der Übersetzung vorbehalten. Das Kopieren und die Weitergabe der Texte ohne Genehmigung ist verboten!

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Bruno der Streuner

Aus schlechter Haltung übernahmen wir viele Hunde
Hier ein Beispiel - Auszug aus "Geschichten aus dem Tierparadies"

Es war Samstag. Wie schon so oft hatte Gerd mich zur Familie Eibel gebracht, bevor er ins Geschäft ging. Samstags war Saubermachen angesagt. So oft ich konnte, half ich ihnen dabei. Schließlich nahmen sie für unsere Tierschutz-Organisation Tiere auf, die wir gemeinsam zu vermitteln suchten.

Ich war im Dachgeschoß beschäftigt. Hier hatte Norbert ein Katzen-Paradies geschaffen. Zwei selbstgebaute Kratzbäume ragten bis zur Zimmerdecke. Vor dem großen Fenster stand Karins Schreibtisch. Verschiedenes Spielzeug für Katzen lag herum und die unterschiedlichsten Körbchen und Höhlen standen dort. Zusätzlich lagen Matratzen auf dem Boden, worauf flauschig warme Decken
ausgebreitet waren. Die Tiere schienen sich hier wohl zu fühlen.

Mehrmals hörte ich es unten an der Haustüre klingeln. Ich wusste, die Kinder aus der Nachbarschaft kamen, um die kleinen und mittelgroßen Hunde im nahe gelegenen Feld auszuführen. Die großen Hunde, die unten in den Kellerräumen untergebracht waren, wurden nur von Norbert und Karin ausgeführt. Dabei halfen Gerd und ich manchmal.

Dort unten war zur Zeit Norbert mit Saubermachen beschäftigt. Auch hier waren die Räume für die Tiere warm und gemütlich eingerichtet. Die großen Fenster ließen vergessen, dass man sich hier im Keller befand. Große Matratzen mit mehreren Decken waren als Schlafplatz gedacht. Verschiedenes Spielzeug sollte die Langeweile verhindern. In zwei der drei Räume waren jeweils ein Rüde und eine Hündin zusammen. In dem dritten, bedeutend kleineren Raum, kam ab und zu ein Hund hinein, der sich nicht mit den anderen vertrug. Wir nannten diesen Raum "Einzelzelle". Zu diesem Zeitpunkt war dort kein Hund. Auch die "Einzelzelle" war wie die anderen beiden Räume ausgestattet. In ihm befand sich ebenfalls ein Heizkörper.

Als Karin uns zum Kaffee rief, ging wieder mal das Telefon. In Ruhe Kaffee trinken und ein Stück von Karins selbstgebackenem Apfel-Streuselkuchen essen war kaum möglich. Denn zwischendurch brachten die Kinder die Hunde wieder zurück, die hier in Wohn- und Esszimmer herumwuselten.


Die Polizei fragte telefonisch an, ob sie einen "bissigen Streuner" bringen könnte. Sie hätte ihn mit viel Mühe am See eingefangen. Spaziergängern wäre der Hund bereits vor drei Monaten aufgefallen. Norbert lachte und sagte: "Bin gespannt was sie uns diesmal für ein "Ungeheuer" bringen!" Als die Polizei kam ging Norbert nach draußen. Er schloss die Türe hinter sich zu, damit der beißwütige Hund keinen von uns oder den im gleichen Raum befindenden Hunde verletzen konnte. Plötzlich stieß Norbert die Türe auf. Lachend rief er uns zu: "Das Schauspiel müsst ihr sehen. Kommt mal schnell raus!"

Vor der Tür stand ein Polizeifahrzeug. Der Fahrer saß noch drin. Er schaute sich während des folgenden Schauspiels nicht einmal nach uns, dem Hund oder seinem Kollegen um. Auf der Ladefläche des Wagens stand ein Chow-Chow. Das dicke lange Tau um seinen Hals war als Schlinge geknüpft. Ein Polizist hielt das Ende des mindestens fünf Meter langen Taues mit beiden Händen und wahrte den entsprechenden "Sicherheitsabstand" zu dem sehr verängstigten Hund.

Dieser wagte es nicht, von der Ladefläche hinunter zu springen. Norbert bog sich vor Lachen und fragte mich: "Hast du so was schon mal gesehen? Das sind unsere Freunde und Helfer. Die fürchten sich vor 'nem kleinen Hund!" Und zu dem Polizisten gewandt fragte er: "Habt ihr den mit dem Lasso eingefangen? Dabei hättet ihr ihn mit dem Tau fast erschlagen, wie? Davon muss er ohnmächtig gewesen sein, sonst wäre es euch bestimmt nicht gelungen. Was macht ihr denn, wenn einer die Pistole auf euch richtet; Macht ihr euch dann in die Hose?" Ohne eine Antwort auf seine Fragen abzuwarten ging Norbert auf den Hund zu. Der Polizist rief entsetzt: "Vorsicht, der beißt!"

Dann zog er den verängstigten Hund am langen Tau von der Ladefläche herunter. Gleichzeitig lief er rückwärts um ja nicht in die direkte Nähe des Hundes zu geraten. Der Hund hechelte vor Aufregung und wusste offensichtlich nicht, wohin er gehen sollte.

"Arm Kerlche! Der beißt doch net!" Norbert schüttelte verständnislos den Kopf. Er ging schnurstracks auf den Hund zu, sprach mit ruhiger Stimme, fasste gezielt den Knoten direkt bei der Schlinge am Hals und zog den Hund in Richtung Haustüre. Dann schob er ihn durch den Hausflur zur Kellertreppe hin. Dort erlöste er das arme Tier von dem viel zu dicken und sehr schweren Tau. Der Hund ging freiwillig die Kellertreppe hinab und Norbert rollte das dicke Seil willkürlich zusammen. Dann warf er es dem verdutzten Beamten zu und verabschiedete sich lachend von ihm.


"Gehst du mit?" fragte mich Norbert als er die Treppenstufen herabstieg. Na, das ließ ich mir doch nicht zweimal sagen. Der Hund ging - immer noch hechelnd - im Keller unruhig hin und her. Pure Angst stand in seinen Augen. Norbert holte einen großen Wassernapf und stellte ihn vor ihm hin. Er trank nicht. Durstig schien er nicht zu sein. "Armer Schnuffi; Was haben die bloß mit dir gemacht!" Norbert schob den Napf beiseite.

"So´n kleiner Wusel. Den muss man doch nicht mit ´nem Lasso einfangen und schon gar nicht mit so ´nem Strick!" Dann holte er einen breitzackigen Filzkamm, eine Bürste, einen Eimer und begann den Hund zu kämmen. Die ausgekämmten Haarbüschel warf er achtlos auf den Boden. Es sollte bald ein mannshoher Berg aus Haare werden. In den Eimer warf er die Zecken, die er aus dem Fell des Hunde sehr geschickt herausdrehte.

Der Boden des Eimers war im Nu mit dicken, voll gesogenen Zecken bedeckt. Wenn Norbert eine Pause einlegte um sich von der Anstrengung einen Augenblick zu erholen und ebenfalls dem Hund einen Moment Ruhe zu gönnen, kam der Hund zu ihm und stieß ihn mit der Pfote oder Schnauze an: "Mach weiter!" Norbert kraulte ihm mit beiden Händen den Rücken, um nach weiteren Zecken zu suchen. Dabei wedelte der Hund freundlich mit dem Schwanz, legte sich auf den Rücken und ließ sich sogar den Bauch untersuchen und bürsten. Die Aufregung war scheinbar vergessen. Nun ging er auch zum Wassernapf und trank.

Norbert lachte in Erinnerung an den Polizisten und das dicke, lange Seil, mit dem der Beamte den Hund auf Distanz halten wollte. "Wie wollen wir die "reißende Bestie" denn nun nennen?" fragte er scherzhaft. "Nachdem die abgestorbenen grauen Haare raus sind, ist er schön braun geworden. Wie wäre es mit 'Brauni'?"

"Nee! Bei mir gibt es nur gute, alte, deutsche Namen. Also Bruno!" Nachdem Norbert mit der Pflege des Hundes fertig war, brachte er Bruno in die "Einzelzelle". Den Wassernapf trug ich ihm hinterher. Gemeinsam entsorgten wir den Haarberg und die unzähligen Zecken. Karin hatte inzwischen auch für Bruno das Futter fertig gemacht. Mindestens eine Stunde lang sollte er sich erholen und stärken. Dann war es an der Zeit mit den "Großen" Gassi zu gehen.

Bruno war ein bildschöner Hund.

Er brauchte nicht lange, auf ein neues Zuhause zu warten. Hier blieb er bis er etwa fünf Jahre später an Herzversagen starb...


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