Rubrik: Geschichten aus dem Tierparadies?

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Pudel-Mischlingshündin "Mäuschen"...

wurde aus dem Garten ihres Besitzers gestohlen. Eine wahre Geschichte.

Die Pudel-Mischlingshündin 'Mäuschen' wurde aus dem Garten ihres Besitzers gestohlen. Als Versuchstier lieferte Tierhändler Gierlich den kleinen Hund an die Universität in Köln. Per Gerichtsbeschluss befreiten die Tierversuchsgegner Pulheim 'Mäuschen' aus dem Versuchslabor am 6.11.1984, 21.00 Uhr. Bis zur endgültigen Freigabe am 11.2.1985 an den Besitzer blieb Mäuschen beim Vorsitzenden, Gerd Straeten. Besitzerin Karin Eibel musste an die Uni 228,-- Mark zahlen, um ihren Hund zurück zu bekommen. Als Auflage verlangte die Uni Köln, dass "sie nicht öffentlich darüber reden darf".Die Pudel-Mischlingshündin 'Mäuschen' wurde aus dem Garten ihres Besitzers gestohlen.

Als Versuchstier lieferte Tierhändler Gierlich den kleinen Hund an die Universität in Köln.

Per Gerichtsbeschluss befreiten die Tierversuchsgegner Pulheim 'Mäuschen' aus dem Versuchslabor am 6.11.1984, 21.00 Uhr. Bis zur endgültigen Freigabe am 11.2.1985 an den Besitzer blieb Mäuschen beim Vorsitzenden, Gerd Straeten.

Besitzerin Karin Eibel musste an die Uni 228,-- Mark zahlen, um ihren Hund zurück zu bekommen. Als Auflage verlangte die Uni Köln, dass "sie nicht öffentlich darüber reden darf".


Circa 8 Wochen lang bewachten wir die Uni Köln rund um die Uhr. Wir sahen, dass Tiere von Tierhändlern angeliefert wurden: Mäuse, Ratten, Katzen und Hunde.

Tierhändler Erich Stock aus Gelnhausen lieferte eines morgens Katzen an. Zur Augenklinik. Wir konnten nur ahnen, was diesen Tieren bevorstand. Schnell schauten wir unsere Vermissten-Kartei für verloren gegangene Haustiere durch und riefen per Telefon die Leute an, deren Katzen verschwunden waren. Wir achteten darauf, dass es Leute waren, die innerhalb der gleichen Ortschaft wohnten und deren Tiere am gleichen Tag verschwunden waren. Wir bestellten sie zum gleichen Zeitpunkt an einen bestimmten Platz wo wir zu ihnen trafen. Sie alle sollten zum Vergleich mindestens ein Foto ihres vermissten Tieres mitbringen.

Die Universitätsangehörigen des Pharmakologischen Instituts waren sehr freundlich. Nach einigen Minuten der Erklärung wurden wir in das Gebäude hinein gelassen. Es durften allerdings abwechseln nur je zwei Personen (eine Katzenbesitzerin und ein Vorstandsmitglied unserer Organisation) die Katzen ansehen und schauen, ob ihre Katze unter den angelieferten Tieren war. Ich kann bis heute nicht begreifen, wie ein Tierhalter dort hinein gehen kann und ohne "sein" Tier wieder herauskommt. Jede dieser Tierhalterinnen sagte: "Meine Katze ist nicht dabei!"...

Pünktlich gegen fünf Uhr hörten wir morgens in der Robert-Koch-Straße Hundegebell und laute Musik. Wir wussten in den ersten Tagen nicht, woher die Geräusche kamen. Wir liefen herum wie aufgescheuchte Hühner und suchten nach der Herkunft des Hundegebells. Ein junges Mädchen fing an zu weinen. Die Kleine war völlig fertig mit den Nerven und wir setzten sie ins Auto, um sie zu beruhigen. Dann durchsuchten wir links und rechts der Straße die Gegend ab. Das war uns allerdings polizeilich verboten worden. Doch in einem solchen Augenblick vergisst man leicht ein solches Verbot und bricht sein Versprechen...

Dazu muss ich erwähnen, dass wir ständig von der Polizei kontrolliert wurden. Sobald wir zur Ablösung unserer Mitstreiter eintrafen, wurden unsere Personalausweise und die Führerscheine kontrolliert. Auch später noch als wir bereits namentlich von den Beamten begrüßt wurden. Eine Routineangelegenheit! Auch die Angestellten eines Wachdienstes, der von der Uni eigens dazu beauftragt war, uns zu überwachen, damit wir "das Uni-Gelände nicht betraten", begrüßten uns sehr freundlich mit unseren Namen. Wenn uns kalt oder langweilig wurde, drehten wir mit unseren Fahrzeugen per Blitzstart eine Runde. Es war lustig zu sehen wie die Wachleute eilig zu ihrem Fahrzeug liefen und mit Vollgas hinter uns herfuhren. Wenn eines unserer Fahrzeuge hinter der nächsten Kurve stehen blieb, fingen die Wachleute fürchterlich an zu fluchen.


Endlich fanden wir zwischen Bäumen und dichten Sträuchern die Ursache für unsere Aufregung. Im Boden war ein Gitterrost angebracht. Dort unten war der Hundeauslauf. Während der Tierpfleger morgens die Hundeboxen "reinigte" und dabei laute Musik hörte, wurden die Hunde hier in den Auslauf verbracht. Das Wort Reinigen nahm dieser Tierpfleger offensichtlich nicht sehr genau. Doch darüber werde ich noch später ausführlicher Stellung nehmen...

Eines unserer Mitglieder holte seinen Fotoapparat und legte sich der Länge nach auf dieses Gitterrost, um Fotos von den Hunden zu machen. In der Zwischenzeit standen wir weiter vorne an der Straße und hielten - sehr diskret - Wache. Plötzlich stieg einer der Wachmänner in sein Fahrzeug und fuhr los. Kurz nach dem verabredeten Zeichen erschien unser Mitglied gerade noch rechtzeitig, bevor der Wachmann bei uns anhielt. "Ihr betretet ja nicht das Uni-Gelände?", fragte er mit einem gewissen Unterton in der Stimme. Wie im Chor antwortetet alle: "Neiiin!"

"Dann ist es ja gut!" - Da hatten wir noch einmal Glück. Ein paar Fotos waren "im Kasten". Der Film wurde gleich zum Entwickeln gebracht und die anschließend fertigen Fotos mit unserer Vermissten-Kartei verglichen. Schade. Keine Beschreibung der vermissten Hunde passte zu den Hunden im Auslauf...

Eines abends gegen 23.00 Uhr fuhr eine schicke Limousine auf den Parkplatz. Der Fahrer in Livree, ging um das Fahrzeug herum, öffnete die Beifahrertür und ein eleganter, älterer Herr stieg aus.  "Das ist Professor Isselhard", hörte ich neben mir jemand flüstern. "Der soll des öfteren zum Experimentieren herkommen wenn er nicht schlafen kann, hab´ ich mir sagen lassen!" Ich war entsetzt. Das konnte ich nicht glauben: "Ach, was man so redet..." winkte ich ab. Doch der Herr ging schnurstracks zur "Experimentellen Medizin /Chirurgie" hinüber und schloss mit einem Schlüssel die Türe auf. Es dauerte nicht lange, bis die Hunde anfingen mit bellen und jaulen... Wir standen hilflos da mit erhobenen Fäusten und Tränen in den Augen. Wut und Verzweiflung wechselten sich ab und dazu kam noch diese Ohnmacht, nichts tun zu können. Ein Wechselbad der Gefühle... 

Wir wussten, dass Hunde und Katzen zum "Kilo-Preis" angeboten und verkauft werden. Auch unser Mitglied Heinz W. wusste das. Mitten in der Nacht traf ein weiteres Lieferfahrzeug vor dem Eingang der "Experimentellen Medizin/Chirurgie" ein. Der Fahrer machte es sich in seinem Fahrzeug bequem. Er war ja viel zu früh eingetroffen. Weil noch kein Wärter oder Tierpfleger seinen Dienst angetreten hatte, konnte er seine lebende Fracht noch nicht ausladen.


Heinz W. wollte die Gelegenheit nutzen und hoffte auf eine ehrliche Antwort des schlafenden oder dahindösenden Fahrers, als er ihn flüsternd fragte: "Wie viel Kilo bringst du uns denn heute?" Der Fahrer war sofort hellwach und stieß laut schimpfend die Fahrertüre des Lieferwagen auf. Kein Wunder. Schließlich werden Mäuse und Ratten als "Stückzahl" an Labors geliefert und nicht nach Kilogramm...

Heinz W. war stets etwas ungeduldig. Wenn er nachts seinen „Dienst“ bei unserer Bewachung angetreten hatte, machte er immer alleine seine Runde. Oft versuchte er, die Geheimnisse der Labors in der Universität zu lüften, indem er verbotenerweise Privatwege beschritt, gegen Türen drückte um zu sehen, ob sie verschlossen waren oder er kletterte an einer Mauer empor um zu sehen, was wohl dahinter lag. Dabei wäre er von einem Beamten der Polizei einmal beinahe erwischt worden. Als er gerade eine Mauer erklommen hatte, bemerkte er den Polizisten, der gerade seine Runde machte. Zum Glück hatte dieser ihn in der Dunkelheit noch nicht gesehen. Heinz W. setzte sich seelenruhig auf die Mauer und wartete ab.

Plötzlich blieb der Beamte stehen und fragte:
"Was machen Sie denn da oben?" - "Ich wälze private Probleme!"
"Und das müssen Sie hier tun?" - "Ja. Hier kann ich in Ruhe nachdenken!"
"Was haben Sie für Probleme?" - "Meine Freundin hat mit mir Schluss gemacht.""Jetzt kommen Sie mal da runter. Probleme mit der Freundin lösen Sie am besten mit ihr in einem Gespräch! Da hatte er ja noch einmal Glück...

Die nächste "Standpauke" erwartete ihn bei unserem Vorsitzenden. Schließlich hatte dieser die Verantwortung dafür übernommen, dass das Gelände nicht von uns betreten wurde... 

Nicht soviel Glück hatte unser Mitglied Erik K.: Es war an einem Sonntag als nachmittags ein Lieferfahrzeug bei der Universität eintraf. Erik bemerkte es als erster und fotografierte nicht nur das Fahrzeug, sondern versuchte auch, den Fahrer ganz nahe ins Visier zu holen. Dabei blieb er für den Fahrer natürlich nicht unsichtbar. Dieser reagierte blitzschnell und lief ihm wütend entgegen. Was nun geschah wurde für den jungen und unerfahrenen Erik sehr schnell zum Alptraum. Er ergriff die Flucht und sprang in sein Auto. Dummerweise hatte er das Verdeck an seiner „Ente“ offen gelassen. Der Fahrer des Lieferwagens eilte herbei und sprühte dem völlig verdutzten Erik durch das offen stehende Dach von oben Tränengas ins Gesicht und in die Augen. Dann verschwand er so schnell wie er gekommen war. Erik wurde von seinen Mitstreitern zur Augenklinik der Universität geführt um seine brennenden Augen behandeln zu lassen...


Inzwischen hatte der Winter Einzug gehalten. Es wurde sehr kalt. Trotzdem waren immer noch genug Helfer bei dieser Bewachungsaktion anwesend. Wenn auch die meisten von uns mehr oder weniger erkältet waren. Niemand wollte "die Tiere im Stich lassen". Schließlich hatten wir bereits mehrere Wochen hier verbracht und es war uns klar, dass hier einiges nicht mit rechten Dingen zuging. Ein Sponsor war voller Bewunderung für unsere Aktion und unsere Ausdauer und hatte Mitleid mit uns. Er stellte uns seinen Wohnwagen zur Verfügung. Hier waren wir geschützt vor der Kälte, konnten uns frischen Kaffee brühen und sahen vom Fenster aus, wenn Tiere angeliefert wurden.

Dann kam der denkwürdige Tag an dem der Tierhändler Gierlich (aus Bochum) Hunde anlieferte. Alles verlief so geheimnisvoll, dass wir ganz besonders aufmerksam wurden.

Das Lieferfahrzeug mit den beiden Fahrern fuhr auffällig langsam, hielt nur kurz vor dem Tor, an dem sonst immer ganz offiziell angeliefert wurde und drehte eine weitere Runde. Als es abermals an der gleichen Stelle eintraf, öffnete der Wärter der Uni das Tor. Das Fahrzeug aber blieb in einiger Entfernung auf dem Parkplatz stehen. Der Wärter ging um den Lieferwagen herum und sprach kurz mit dem Fahrer. Dann ging er zum Tor zurück und verschwand innerhalb des Gebäudes.

Der Lieferwagen startete und fuhr zum gegenüber liegenden Seitenweg, der zu dem unterirdischen Hundeauslauf führte. Neben dem Institut für "pathologische Physiologie".

Uns war sofort klar: "Da werden neue Hunde angeliefert!"

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